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Mit dem Computer lernen?

Der Gedanke, ein Rechner könne das ermüdende Vorexerzieren von Vokabeln und Grammatik mit übermenschlicher Geduld übernehmen, ist ja bestechend. Doch an unserer Natur geht er vorbei, schreibt STEFAN KLEIN in der NZZ vom 7.9.03.
Die Hirnforschung erhärtet immer mehr den Verdacht, dass Verstand und Emotion nur zwei Seiten derselben Medaille sind. Computer können Lehrer allenfalls unterstützen. Wenn das Gefühl nicht angesprochen ist, lernen wir gar nichts - wir brauchen die Zwischentöne in der Stimme eines Menschen, Gestik, ein Lächeln.
Der Stauferkaiser Friedrich der Zweite war ein Herrscher mit Forscherdrang. Einmal trieb ihn die Frage um, welche die natürliche Sprache der Menschheit sei. Um das herauszufinden, ließ er Kleinkinder einzeln einsperren, noch bevor sie sprechen konnten - der Kaiser hatte sich in Sachen wissenschaftliche Genauigkeit vorbildliche Standards gesetzt, und im 13. Jahrhundert musste man mit seinen Methoden noch nicht zimperlich sein. Diener brachten den Kindern Essen, frische Kleidung und auch sonst alles Lebensnotwendige, durften aber keinerlei Kontakt mit den kleinen Versuchspersonen aufnehmen, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Ohne von der Außenwelt beeinflusst zu sein, so hoffte Friedrich, würden die Kinder irgendwann von allein in der gesuchten Ursprache zu reden beginnen.



Wie wir sprechen lernen, ist bis heute ein Rätsel. Gerade haben amerikanische Psychologen in der Zeitschrift der Nationalen Akademie der Wissenschaften eine Neuauflage solcher Versuche veröffentlicht, inspiriert von Friedrich dem Stauferkaiser, freilich ohne die Grausamkeit des Originals. Sie setzten Babys, die gerade auf Englisch zu plappern begannen, in zwei Gruppen dem Chinesischen aus. Die einen Kinder bekamen Besuch von Muttersprachlern, die ihnen vorlasen und mit ihnen spielten; die anderen sahen und hörten die Chinesen nur in Videofilmen. Nach vier Wochen konnten die Kinder, die mit Chinesen aus Fleisch und Blut gelernt hatten, die eigentümlichen Laute dieser Sprache sicher unterscheiden. Das Videotraining hingegen war ohne jede Wirkung. Können wir ohne menschliche Wärme nicht lernen?



Das Experiment sollte all jene nachdenklich machen, die Computer in den Schulen und neben dem Kinderbett für den Königsweg zu klügerem Nachwuchs halten. Der Gedanke, ein Rechner könne das ermüdende Vorexerzieren von Vokabeln, Grammatik und Algebra mit übermenschlicher Geduld übernehmen, ist ja bestechend. Doch an unserer Natur geht er vorbei. Die Hirnforschung erhärtet immer mehr den Verdacht, dass Verstand und Emotion nur zwei Seiten derselben Medaille sind. Computer können Lehrer allenfalls unterstützen. Wenn das Gefühl nicht angesprochen ist, lernen wir gar nichts - wir brauchen die Zwischentöne in der Stimme eines Menschen, Gestik, ein Lächeln.



Das musste schon Friedrich der Staufer feststellen. Sein Experiment schlug auf grausige Weise fehl: Nicht nur blieben die Babys stumm, sie starben. Wie ein zeitgenössischer Geschichtsschreiber notierte, «konnten die Kinder ohne Händeklatschen und Gesten und frohe Mienen und Schmeicheleien nicht überleben».




Und genau an dieser 750-jährigen Erkenntnis setzen die 750 Arbeitsblätter Mittelschulvorbereitung Deutsch ein: Es braucht Fun - aber nicht nur. Und damit Lehrerinnen und Lehrer am Morgen mit froher Miene vor ihre Klasse treten können, haben wir ihnen das nächtelange Präparieren abgenommen. Sie müssen jetzt nicht mehr mühsam und zeitraubend schülergerechtes Material zusammensuchen. Der Computer ist ein nützlicher Apparat - mehr sollte er nie werden, dazu fehlt ihm nämlich die Seele, die "anima", wie es der Staufer damals wohl ausdrückte.



Vergessen Sie also nicht, liebe Kollegin, lieber Kollege, dass Sie Animator sind, und dass der Computer nicht mehr als ein nützliches Werkzeug sein kann. Und vergessen Sie auch nicht, www.mittelschulvorbereitung.ch zu bookmarken - wie es auf Neudeutsch so schön heißt. Also, am Besten jetzt gleich oben die Menüleiste anwählen und auf "zu den Favoriten beifügen" klicken.



Wir würden uns freuen!



Die nicht nur von Pisa reden, sondern auch etwas tun:

www.mittelschulvorbereitung.ch,

das MITTEL für eine effiziente SCHULVORBEREITUNG.




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